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Mit 400 PS nach Thedinghausen

Mitte der 80er Jahre fanden sich in Varel (Oldenburg) ein paar Studenten zusammen mit dem Ziel, einen alten Dieseltriebwagen für die Nachwelt zu erhalten. Ein wahrlich historisches Fahrzeug, denn es war ein Triebwagen des legendären Moorexpress, der T 162, genannt Hüklüt nach dem sagenhaften Riesen aus dem Teufelsmoor. Mit diesem Triebwagen kamen die Eisenbahnfreunde nach Leeste und mit ihm fanden erste Sonderfahrten auf der Kleinbahn Bremen - Thedinghausen statt. Doch dem jungen Verein fehlten die Mittel, den sehr in die Jahre gekommenen Wagen zu erhalten.

Von einem Kraftwerk in Bremen-Nord bekamen wir damals eine kleine Diesellok geschenkt und aus dem Schwarzwald kamen drei alte, bunt zusammengewürftelte Triebwagen-Anhänger - mit dieser Garnitur starteten wir 1992 den regelmäßigen Ausflugsverkehr. Später vereinheitlichten wir unseren Fahrzeugpark; aus der ehemaligen DDR kauften wir Personenwagen aus den 20er und 30er Jahren, sogenannte Donnerbüchsen, die heute typisch für den Pingelheini sind.

Im Laufe der Jahre zogen verschiedene Lokomotiven die Züge des Pingelheinis. Heute ist es unsere Lok Nr. 1, eine Kleinlok aus den Schöma-Werken in Diepholz, die vorher im Rangierdienst in einer Uelzener Zuckerfabrik aktiv war. Mit ihren 220 PS schafft sie eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.

Das Bild der Kleinbahn Bremen - Thedinghausen prägte über Jahrzehnte aber ein anderer Loktyp, nämlich Dieselloks von MaK aus Kiel. Von den 60er Jahren bis Anfang der 90er Jahre zogen solche Loks die Güterzüge nach Thedinghausen, Loks, bei denen die Motorkraft über ein Stangengetriebe auf die Achsen übertragen wurde, genau so, wie man es von Dampfloks kennt. Ein solches Schmuckstück konnten wir erwerben, unsere Lok V 41, 400 PS stark, Baujahr 1955. In unzähligen Arbeitsstunden restaurierten wir die Maschine und lackierten sie exakt so, wie ihre Schwestern früher auf der Kleinbahn ausgesehen hatten. Leider stellte sich später ein erheblicher Getriebeschaden heraus, aber mit großer finanzieller Kraftanstrengung und mit zahlreichen Spenden konnten wir Spezialfirmen beauftragen, das Getriebe zu reparieren und die Lok wieder in Betrieb zu nehmen, denn sie passt zum Pingelheini wie kaum eine andere Lokomotive.



Führerstand unserer Lok 1


MaK-Werkfoto unserer V41 im Auslieferungszustand 1957


Wagen 110, Güterwagen für den Fahrradtransport, Bauart Glmms61


Unser Zug bietet insgesamt 138 Sitzplätze, dazu ein Thekenabteil und Platz für etwa 100 Fahrräder.
Alle unsere Waggons sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen.

 




Lok 1, Schöma 1957, 225 PS


Lok V41, MaK 1955, 400 PS


Wagen 15, 30er Jahre, Bauart Ai, 48 Sitzplätze


Wagen 21, 50er Jahre, Bauart B3yge, 62 Sitzplätze


Wagen 22, 50er Jahre, Bauart BR3yge,
28 Sitzplätze und Thekenbereich